EN 1822

Das Prüfverfahren für hocheffiziente Luftfilter

Qualitätssicherung der EPA, HEPA und ULPA Filter

Die europäische Filterprüfnorm ist die wichtigste Grundlage für die Prüfung und Klassifizierung von Absolutfiltern. Die Norm basiert auf modernster Partikelmesstechnik und zugelassenen Verfahren zur Bestimmung der Wirkungsgrade. Sie besteht aus fünf Teilen. Der Filter wird anhand der Ergebnisse aus den Abschnitten 4 (lokale Ableitung) und 5 (integrale Ableitung) der jeweiligen Filterklasse zugeordnet.

Für Filter der Klassen H13 und höher wird ein individueller Prüfbericht und eine Seriennummer erstellt. Daher kann jedem Filter ab H13 ein eigener individueller Test zugeordnet werden. Eine Einzelprüfung der EPA-Filter ist nach der Norm nicht erforderlich und mit dem beschriebenen Prüfverfahren möglich. EPA-Filter werden im Rahmen der Stichprobenprüfung geprüft, wobei die Abscheidung als Mittelwert aus einzelnen, stichprobenartigen Messungen ermittelt wird.

Teil 1: Klassifikation, Leistung, Test und Identifikation

EN 1822-1:2009 legt drei Gruppen fest:

  • Gruppe E: EPA – Effizienter Partikelluftfilter
  • Gruppe H: HEPA – Hocheffizienter, spezieller Luftfilter
  • Gruppe U: ULPA – Ultra niedrig eindringender Luftfilter

Die Klassifizierung der Absolutfilter erfolgt nach den während der Prüfung ermittelten lokalen und integralen Abscheidewerten.

Teil 2: Aerosolerzeugung, Messgeräte, Partikelzählstatistik

Dieser Teil beschreibt die Bedingungen für die Prüfung und die Aerosolgeneratoren, die Partikelmesstechnik und die statistischen Verfahren zur Auswertung der Zählerstände.

Teil 3: Prüfung von Flachschichten-Filtermedien (Bestimmung von MPPS)

Teil 3 beschreibt die Bestimmung des Fraktionsabscheidegrades und die Bestimmung der am stärksten durchdringenden Partikelgröße (MPPS) der Flachschichten-Filtermedien.

Auf das Filtermedium wird ein Prüfaerosol mit der für den späteren Gebrauch des Filters festgelegten Nenndurchflussgeschwindigkeit aufgesetzt. Teilströme des Prüfaerosols werden vor und nach der Filterprobe entnommen. Das Partikelzählverfahren bestimmt die Partikelkonzentrationen und berechnet die fraktionierte Effizienz-Kurve. Die Partikelgröße, bei der die fraktionierte Effizienz-Kurve ihr Minimum erreicht, wird als MPPS bezeichnet. Vereinfacht ausgedrückt ist dies die Partikelgröße, bei der das Filtermedium bei einer definierten.

Teil 4: Dichtheitsprüfung von Filterelementen (Scanverfahren)

In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Filter auf Dichtheit prüfen können. Durch Störungen des Filtermediums, unsachgemäße Abdichtung zwischen Faltenpaket und -rahmen oder Unregelmäßigkeiten beim Umgang mit den Komponenten können undichte Stellen entstehen. Aufgrund der hohen Filtrationseffizienz, die von Absolutfiltern erwartet wird, können selbst kleinste undichte Stellen (die für das menschliche Auge kaum sichtbar sind) zu erhöhten lokalen Partikelkonzentrationen führen.

Für den automatisierten Prozess (Scan-Test) wird das Filterelement in einem Prüfstand aufgebaut und anschließend ein DEHS (Di-2-Ethylhexyl-Sebacat) Prüfaerosol aufgesetzt. Die mittlere Partikelgröße des Aerosols muss im Bereich des MPPS liegen. Die Strömungsseite des Filters wird mit Sonden auf einer computergesteuerten Linearachse angenähert. An jedem Punkt der Reinluftseite werden die lokalen Aerosolkonzentrationen gemessen, um den lokalen Penetrationsgrad zu bestimmen. Überschreitet die Aerosolkonzentration an keiner der Stellen den geforderten Grenzwert, gilt der Filter als dicht.

Die Notwendigkeit, die lokalen Wirkungsgrade zu bestimmen, impliziert auch die Notwendigkeit einer Einzelprüfung jedes Filterelements ab der Filterklasse H13.

´Teil 5: Bestimmung des Wirkungsgrades von Filterelementen

Teil 5 beschreibt die Bestimmung der integrierten Filtereffizienz. Dieser Wert wird üblicherweise als Mittelwert der in Teil 4 gemessenen lokalen individuellen Wirkungsgrade berechnet. Alternativ ist auch eine Einzelmessung mit festen Messsonden möglich.
 

Alternative zur Dichtheitsprüfung: Ölgewindeprüfung (H13 und H14)

Bei diesem schnellen und kostengünstigen Prüfverfahren zur Dichtheit wird der Filter vor schwarzem Hintergrund in einem hell beleuchteten Raum horizontal und dicht auf einem Diffusor positioniert. Anschließend wird ein Öltropfen-Aerosol (flüssiges Paraffin) auf den Filter aufgetragen. Dann wird der Filter visuell auf Dichtheit überprüft. Das Prüfverfahren hängt stark von der Ausbildung und Einstellung des Prüfpersonals ab. Deshalb können die Ergebnisse in wiederholten Tests nicht exakt reproduziert werden. Außerdem bestimmt die Ölgewindeprüfung nicht die Filtereffizienz.